Badischer Architekturpreis

Bildquelle: Michael Bode

 

Die Expertenjury zusammen mit ihrem Vorsitzenden Dr. Ing. Fred Gresens (ganz links) und BADAP-Organisatorin Anja Bürkle (zweite von rechts). Auf dem Foto, von links nach rechts: Dr. Ing. Fred Gresens, Astrid Piber, Silvia Olp, Claude Denu, Barbara Friedrich, Peter Ippolito, BADAP-Schirmherr und Jurymitglied Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, Anja Bürkle, Knut Stockhusen

BADAP: Demokratisch Badische Entscheidung 

 

Der Badische Architekturpreis (BADAP) geht in seine finale Phase. Über Badens beste Architektur wird demokratisch abgestimmt. Die Nominierten stehen fest.

 

Demokratisch badisch geht der Badische Architekturpreis (BADAP) nun in seine finale Phase: Ab dem 5. Juli kann jeder Mensch seine Stimme unter www.badap.de abgeben und darüber mitentscheiden, welche architektonischen und Design-Projekte im kollektiven Gedächtnis fortan als die besten in Baden gelten. Award-Initiator Jürgen Grossmann freut sich auf diese Phase: „Bei der Auswahl kann es jetzt nur noch spannend werden.“

 

Vergangenen Freitag, am 1. Juli, einigte sich die Expertenjury nach Sichtung aller Einreichungen auf die Nominierten in den sechs von elf verschiedenen Wettbewerbskategorien. Die Mitglieder der Expertenjury sind: Architekt Claude Denu (Denu et Paradon, Straßburg), die renommierte Architektur-Journalistin Barbara Friedrich, die Architekten Peter Ippolito (Ippolito Fleitz Group, Stuttgart), die Präsidentin des Vereins zur Förderung von Architektur, Engineering und Design Stuttgart, Silvia Olp, die Architektin Astrid Piber (UNStudio, Amsterdam) und der Ingenieur Knut Stockhusen (schlaich bergermann partner, Stuttgart, Berlin, New York, Shanghai u.a.). Dr. Ing. Fred Gresens, Bezirksvorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg Südbaden, leitet die Jury als ihr Vorsitzender. Der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer, hat die Schirmherrschaft des BADAP inne und ist in dieser Funktion zusätzliches Mitglied der Jury. Das Jurymitglied Martin Glass (von Gerkan, Marg und Partner, Berlin u.a.) musste seine Teilnahme kurzfristig absagen.

 

Nominiert in den jeweiligen Kategorien sind die folgenden Bauwerke:

 

Residential Architecture:

  • Wohn- und Geschäftshaus Buggi52 in der „Neuen Mitte“ am Else-Liefmann-Platz in Freiburg, Baujahr 2021, Holzbau Bruno Kaiser GmbH und Weissenrieder Architekten BDA
  • Hofhaus in einem kleinen Weiler in Rickenbach im Hotzenwald, Baujahr 2020, Katja Knaus Freie Architektin & Jörg Knaus Dipl.Ing.(FH) Architekt
  • La Chalette in Lenzkirch, Baujahr 2019, Wirt Haker PartmbB, Martin Ohlf, Ohlf Schoch Architekten GmbH

 

Corporate Architecture:

  • Besucherzentrum Terra Medica in Stutensee Staffort, Baujahr 2014 architekturbüro ruser + partner mbb 
  • Volksbank-Areal in Freiburg, Baujahr 2021, Hadi Teherani Architects
  • Münsterforum Freiburg, Baujahr 2020, Erzbischöfliches Bauamt Freiburg und Anton Bauhofer + m² architekturbüro freiburg Markus Maier

 

Public and Social Architecture:

  • Rathaus Remchingen, Baujahr 2020, Steimle Architekten BDA
  • Sporthalle in Lahr, Baujahr 2019, a+r Architekten
  • KfZ-Zulassungsstelle in Lahr, Baujahr 2017, Caruso Architekten

 

Bauen im Bestand:

  • Schwarzwaldhof in Welschensteinach, Baujahr 2021, Hardy Happle
  • Ev. Auferstehungskirche in Überlingen, Baujahr 2018, Wandel Lorch Götze Wach
  • Historischer Rundofen in Zell am Harmersbach, Baujahr 2022, wwg-architekten BDA

 

Interior Design:

  • Innenausbau mit Lehm und Holz in Schramberg, Baujahr 2021, Hardy Happle Architektur
  • Weinhotel Pfeffer&Salz in Gengenbach, Baujahr 2018, Architekturbüro Müller + Huber
  • Fahrradstation Süd am Hauptbahnhof in Karlsruhe, Baujahr 2018, JOHNNY architecture

 

 

Landscape Architecture:

  • Seegartenbühne Allensbach „Kultur am See“ in Allensbach, Baujahr 2020, schaudt architekten bda
  • Baumurnenfeld Friedhof-Bergäcker, in Freiburg, Baujahr 2021, Gutmann Buchmann Landschaftsarchitekten PartGmbB
  • Nordracher Bürgerpark, Baujahr 2022, Harter + Kanzler & Partner Architekten BDA – PartGmbB Freiburg und Haslach i.K., Freier Landschaftsarchitekt BDLA Dipl.-Ing. Pit Müller, Landschaftsarchitekten PartGmbB AG Freiraum

 

Der All Stars Award wurde bereits dem Architektur-Weltstar Richard Meier in New York verliehen. Der Ehrenpreis wird ebenfalls direkt vergeben. In den Kategorien Städtebau, Ökologisches Bauen, Young Talent Award, Design Award hat die Jury die Gewinner ermittelt und benachrichtigt sie selbst zuerst über den Gewinn.

 

Auf einer großen Gala im Europäischen Forum am Rhein werden die Gewinner des Badischen Architekturpreises schließlich am 15. Oktober 2022 gekürt. Die erste Auflage des Badischen Architekturpreises im Jahr 2019 hat bereits in Erinnerung gerufen, welche Kraft und Öffentlichkeitswirksamkeit Architektur hat. 241 Bauwerke in Baden wurden damals eingereicht und beim Publikumsvoting wurden 20.000 Stimmen für sie abgegeben. Durch die Veröffentlichungen in den Medien wurden zusammengenommen mehr als fünf Millionen Kontakte erreicht. Und Hunderte von Menschen feierten die Architektur bei der großen Gala. Unter den Preisträgern waren klangvolle Namen wie Philippe Starck (All Stars Award für sein Schaffen im Südwesten), Dr. Hubert Burda (Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur) und Marc Mimram (Sonderpreis für grenzüberschreitende Projekte). 2022 geht der BADAP nun in die zweite Runde und die Abstimmungsphase ist eröffnet.

 

Abstimmen – so einfach geht’s

Beim BADAP ist jeder stimmberechtigt. Bereits bei der Einreichung im Frühjahr konnten sich sowohl Bauherren und Architekten selbst bewerben als auch jedermann das Bauwerk seiner Wahl einreichen – unabhängig davon, in welcher Beziehung er zu diesem steht. Jetzt entscheidet in der Abstimmungsphase das Publikum. Ganz einfach demokratisch badisch auf der Website: www.badap.de

Der Badische Architekturpreis ist ein für alle Bauschaffenden und Interessierten offener und unabhängiger Architekturpreis.

 

Die Nominierungsphase für die laufende Kampagne hat am 1. März 2022 begonnen. Noch bis 6. Juni 2022 können Werke und Gebäude in 12 Kategorien nominiert werden.

 

2019 haben mehr als 20.000 Menschen ein Voting abgegeben. Zuvor waren mehr als 240 Einreichungen in den Kategorien Industrie/Gewerbebau, Öffentliche Bauten, Privathäuser/Wohnen, Interior Design und Ingenieurbauwerke eingegangen.

 

Wie schon bei der Erstauflage in 2019 wird es auch 2022 eine große Gala im Europäischen Forum am Rhein geben, auf der die Architektur gefeiert und die Gewinner ausgezeichnet werden. Der Termin hierfür ist der 15. Oktober 2022.

 

Die ALLPLAN Handelsvertretung Olaf Nicke unterstützt den BADAP als Gold-Sponsor und betreut die Fachkategorie Residential Architecture.

ALL-STARS-AWARD NACH AMERIKA:

BADISCHER ARCHITEKTURPREIS FÜR RICHARD MEIER

 

Der amerikanische Star-Architekt Richard Meier hat den Badischen Architekturpreis in New York verliehen bekommen. Die Jury, Schirmherr Frank Scherer und Stifter Jürgen Grossmann würdigen mit dem All-Stars-Award Meiers Verdienste um die Weiterentwicklung guter Architektur in Baden-Württemberg.

 

„Richard Meier hat ein Werk geschaffen, das bis heute junge Architekten begeistert und inspiriert“, sagt Jürgen Grossmann. „Sein Museum Frieder Burda ist der Beweis, dass sich gute Architektur eben nicht auf Stahl, Glas oder Beton sondern auf Licht, Raum und Wirkung konzentriert.“

 

Meier folgt damit als Preisträger auf Philippe Starck, der den Badischen Architekturpreis BADAP in der Kategorie All Stars 2019 erhalten hatte.

„Das Burda-Museum in Baden-Baden ist bis heute etwas ganz Besonderes für mich“, sagte Meier in seinem Büro in Manhattan im Zuge der Preisverleihung. „Ich erinnere mich an einen außergewöhnlichen Bauherrn und an die große Herausforderung, mitten im Central Park von Baden-Baden dieses Projekt zu realisieren.“

 

Gleichzeitig verriet er, warum er seit den 1970er Jahren immer wieder gern in Deutschland gebaut hat. „Es gibt eine besondere Wertschätzung für Architektur in Deutschland, die man so fast nirgends sonst auf der Welt findet.“

 

Den jungen amerikanischen Architekten Richard Meier inspirierte vor allem die Wohnhausarchitektur Le Corbusiers. An diesen Stil schließen sich fast alle der von ihm entworfenen Gebäude an. Sie sind in weißer Farbe und strengen geometrischen Formen gehalten und zeichnen sich durch lichtdurchflutete Innenräume aus. Dahinter steckt Meiers Mantra: „Das Wichtigste ist Licht. Licht ist Leben.“ 

 

Diese Handschrift zeigt auch Meiers Entwurf für das Museum Frieder Burda in Baden-Baden, das im Oktober 2004 eröffnet wurde. Meier schuf - gemeinsam mit dem Baden-Badener Architekt Peter W. Kruse - für die Kurstadt einen lichten, offenen Bau mit zwei großen Sälen, zwei Kabinetten und einem Souterrain. Die drei Geschosse werden wie in anderen Museumsbauten Meiers über begehbare Rampen erschlossen. Der Neubau mit rund 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche kostete seinerzeit etwa 15 Millionen Euro und wurde ohne 
öffentliche Fördermittel realisiert. 

Bildquellen:

Richard Meier / Karsten Staiger

Museum Frieder Burda / N. Kazakov

Die Zeit ist reif für den Award

Warum Landrat Frank Scherer den Badischen Architekturpreis als Schirmherr unterstützt

 

Der Badische Architekturpreis, kurz BADAP, ist die höchste Auszeichnung für Architektur in der Region. Nach seinem Erfolg bei der Premiere im Jahr 2019 mit 20.000 abgegebenen Stimmen geht er nun in die zweite Runde. Die Einreichungs- und Bewerbungsphase ist in vollem Gange: Bis zum 20. Mai 2022 können die schönsten, funktionalsten und bedeutsamsten Bauwerke Badens eingereicht werden. Die Diskussion ist damit eröffnet.

Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, unterstützt den BADAP aktiv. Warum er die Diskussion über die Architektur der Region für so wertvoll hält und was ihn überzeugt hat, sich als Schirmherr des BADAP zu engagieren, verrät er uns im Interview.

                                                                                                                                    

Herr Scherer, seit seiner Premiere im Jahr 2019 sind Sie Schirmherr des Badischen Architekturpreises. Was hat Sie damals überzeugt, mitzumachen?

Architektur ist für die Gesichtszüge unserer Orte und Landschaften verantwortlich, sie ist sozusagen das Make-up unserer Heimat! Wenn das gut gelungen ist, dann profitieren davon nicht nur wir Badener täglich, sondern auch Millionen von Gästen wissen das zu schätzen. Deshalb finde ich es wichtig, gute Architektur auszuzeichnen. Zudem hat mich die demokratische Komponente des BADAP überzeugt. Wir haben hier einen Preis, der nicht ausschließlich von einer Jury vergeben wird, sondern die Bevölkerung stimmt mit darüber ab, ob ein Gebäude gelungen ist oder nicht.

 

Was ist denn das Besondere am BADAP?

Er hat es schon im Premierenjahr geschafft, das Bewusstsein für die badische Baukultur zu schärfen und aufzuzeigen, mit welchen architektonischen Trümpfen unsere Region aufwarten kann. Initiator Jürgen Grossmann ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, die Fach-Jury mit weltbekannten Star-Architekten hochkarätig zu besetzen. Es ist ein spannender Wettbewerb, der die Menschen mitnimmt und interessiert, dass zeigen die vielen privaten Einsendungen. Hinzu kommt, dass in sechs von zwölf Kategorien diejenigen mitentscheiden, auf die Architektur wirkt und die Architektur tagtäglich nutzen. Zudem werden Themen berücksichtigt, die für die Nutzer besonders wichtig sind.

 

Meinen Sie damit die Kategorie Ökologisches Bauen?

Zum Beispiel - aber auch die Kategorie Städtebau finde ich besonders spannend, denn überall da, wo Menschen leben, arbeiten und zusammenkommen ist die Architektur ein ganz entscheidender Faktor, weil sie Räume gibt, neue Plätze schafft oder existierende erweitert. Eine harmonische Gestaltung von Gebäuden, Straßen und Flächen, auf den wir uns bewegen, wirkt in alle Bereiche des täglichen Lebens und leistet einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden.

Wie erleben sie die Jury-Arbeit?
Als sehr spannend und inspirierend. Für mich ist es eine große Freude und Ehre, als Laie, aber doch ziemlich aktiver öffentlicher Bauherr, in dieser hochkarätigen Jury mitwirken zu dürfen. Das eröffnet mir auch persönlich neue Perspektiven und die tollen Projekte zeigen, dass man gute Architektur realisieren kann, auch wenn man verpflichtet ist, sparsam und wirtschaftlich zu bauen.

 

Was schätzen Sie: Auf was können wir uns als Publikum und Stimmberechtigte dieses Jahr freuen?

Mit Sicherheit wird es wieder ein spannendes Rennen unter vielen interessanten Objekten geben. Dabei wird die klarere Trennung der Kategorien für einen fairen Wettbewerb sorgen.

 

Wie erklären Sie sich eigentlich die breite Unterstützung für den BADAP?
241 eingereichte Projekte bei der Premiere 2019 und 20.000 abgegangene Stimmen beim Publikumsvoting sind stolze Zahlen, die unterstreichen, dass die Zeit für so einen Award reif war. Sicherlich tragen die tollen Unternehmen aus der Region als Unterstützer und die renommierte internationale Jury sowie die professionelle Vermarktung dazu bei, dass der Badische Architekturpreis eine so große und positive Resonanz erlebt.

 

Es wurde viel vom Architekturdiskurs gesprochen, den der BADAP anheizt. Passt es nach Stuttgart 21, BER und weiteren Großprojekten – bei denen vieles eigentlich mehr Klein-klein als groß war – überhaupt noch in unsere Zeit, sich in Deutschland für seine architektonische Schaffenskraft zu rühmen?

Gerade deshalb passt es doch in die Zeit. Architektur drückt das Lebensgefühl von Generationen und Zeitaltern, Ländern und Regionen, aber auch von Individuen aus. Sie hat Symbolkraft – nach innen und nach außen, ob im Kleinen oder im Großen.

Architekten, Designer und Ingenieure müssen sich immer wieder der Herausforderung stellen, einen Mehrwert – ästhetisch und funktional – mit ihrer Arbeit für die Menschen zu schaffen. Damit sind sie nicht nur für die Bauherren, sondern auch für die Allgemeinheit enorm wichtige Dienstleister. Weil der BADAP ihre Spitzenleistungen würdigt und die Bevölkerung dabei mitbestimmen lässt, setzt er eine grandiose Idee um.

Frank Scherer, Landrat

 

Bildquelle:

Landratsamt Ortenaukreis

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